Toshimaen Park in Japan wurde nach 94 Jahren geschlossen

In der Kirmes & Park Revue – Ausgabe 8/2020 berichteten unsere Kollegen über den ehemaligen Schaukelgiganten „Traumschiff“ der Schausteller Bausch & Menzel. Darin wurde auch der Toshimaen Park, in dem die beiden Prototypen „Flying Pirates“ von HUSS stationiert sind erwähnt. Kurz darauf ging durch die Medien, dass der Toshimaen Park am 31. August 2020 nach 94 Jahren geschlossen wurde. Am 30. August erhellte letztmals ein Feuerwerk den Himmel über den Park, bei dem sich die Besucher – oft auch mit Tränen in den Augen – endgültig von dieser wunderbaren Institution verabschiedet haben. Vorher gab es an diesem Tag gab nochmals Wartezeiten bis zu 3 Stunden an bestimmten Attraktionen da die Besucher um die Schließung des Parks seit geraumer Zeit offenbar wussten. Am 31. August 2020 schlossen sich dann endgültig die Pforten des Parks.

Der Grund der Schließung lässt nur Vermutungen zu. Krisen, Eigentümerwechsel, ein großes Erdbeben, Corona (der Park war deswegen 80 Tage komplett geschlossen), aber vermutlich auch die Tatsache, dass der Park in den 90er Jahren rund 4 Millionen Besucher pro Jahr verzeichnen konnte, diese Zahl aber 2018 nur noch mit 1,2 Millionen angegeben wurde könnten vermutliche Ursachen für die Schließung sein. Wie geht es dort nun weiter auf dem 22 Hektar großen Gelände von Toshimaen? Den größten Teil des Grundstücks kauft wohl die Stadtregierung von Tokio. Dort soll auf einem Teil des Geländes (ca. 30.000 Quadratmeter) ein „Harry Potter Park“ entstehen, welcher 2023 voraussichtlich eröffnet wird.Die Grünfläche wird im Katastrophenfall dann auch als Notunterkunft genutzt.

Und die Karussellanlagen dort? Nun, da der Park „platt“ gemacht werden soll ist es fraglich, ob sowohl die „Flying Pirates“, als auch die 30 anderen Attraktionen (darunter auch weitere HUSS-Geschäfte wie ein „Magic“, „Ikarus“, Break Dance“, „Tri Star“, ein Zierer „Wellenflug“ oder sogar ein 1971 aus Deutschland importiertes Holzkarussell, welches 1907 hergestellt wurde) überleben, bzw. weiterverkauft oder gar verschrottet werden. Vielleicht findet sich auch der eine oder andere Käufer für eine dort stationierte Anlage. Zu hoffen bleibt es allemal.

Text: Thomas Schmid & Foto